Der Spitzenkandidat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg, Cem Özdemir, hat sich gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Niklas Nüssle am Firmensitz der Sto-Gruppe in Stühlingen mit Vorständen und Mitarbeitenden des Unternehmens ausgetauscht. Im Mittelpunkt des Besuchs standen die aktuelle wirtschaftliche Lage der Bauindustrie sowie die Auswirkungen politischer Rahmenbedingungen auf die Branche.
Um sich ein umfassendes Bild von der Situation der Bauwirtschaft und ihren aktuellen Herausforderungen zu machen, besuchte der Grünen-Politiker und Spitzenkandidat für die baden-württembergische Landtagswahl Cem Özdemir die Sto-Gruppe an ihrem Stammsitz in Stühlingen. Er folgte damit der Einladung von Niklas Nüssle, Mitglied im Landtag von Baden-Württemberg, in dessen Wahlkreis, der ebenfalls beim Besuch dabei war.
Sto ist Weltmarktführer im Bereich Wärmedämm-Verbundsysteme und beschäftigt weltweit rund 5.600 Mitarbeitende. Im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Rainer Hüttenberger, dem Technikvorstand Jost Bendel sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Belegschaft betonte Özdemir die Bedeutung des Unternehmens für die Region: „Sto ist ein starker Arbeitgeber und ein Vorzeigeunternehmen des baden-württembergischen Mittelstands und Weltmarktführer bei der Wärmedämmung. Sto zeigt, wie Innovation den Bausektor voranbringt und dabei nachhaltige Lösungen entstehen. Mit einem neuen Baden-Württemberg-Standard will ich das Bauen im Land einfacher, schneller und günstiger machen, damit forschungs- und entwicklungsstarke Unternehmen wie Sto ihre Ideen bestmöglich umsetzen können. Mein voller Fokus liegt darauf, unseren Unternehmen die Rückendeckung zu geben, die sie brauchen.“
Bei einem Rundgang durch die Produktionsstätten stellten die Sto-Vorstände die verschiedenen Produktsegmente der Unternehmensgruppe vor und präsentierten aktuelle Produktinnovationen. Im Fokus standen insbesondere Fassadendämmsysteme, da Sto über ein breites Portfolio an Dämmmaterialien für Neu- und Bestandsbauten verfügt. Auch Niklas Nüssle zeigte sich über den Termin hocherfreut: „Die Firma STO ist nicht nur ein global sehr erfolgreiches Unternehmen, sondern zeigt mit Projekten wie dem geplanten Innovationscampus auch seine regionale Verwurzelung. Es liegt jetzt an uns, die politischen Weichen so zu stellen, dass dieses Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann.“
In weiteren Gesprächen gaben die Vorstände Einblicke in die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und äußerten sich kritisch zu den bisherigen baupolitischen Entscheidungen der Bundesregierung. „Wir befinden uns seit nunmehr drei Jahren in einem Abschwung mit spürbaren Umsatzrückgängen. Geplante Investitionen halten wir bewusst zurück, da uns angesichts sehr volatiler politischer Entscheidungen die notwendige Planungssicherheit fehlt. Auch die aktuelle Bundesregierung hat bislang keine grundlegenden und richtungsweisenden Vorgaben geschaffen, an denen wir uns orientieren können. Hinzu kommt der jüngste Vorstoß der Bundesländer, die für uns wichtige Umsetzung der EU-Gebäudeeffizienzrichtline zu verschieben und inhaltlich zu modifizieren. Kurz gesagt: Es fehlt auf allen politischen Ebenen an Planungssicherheit“, erklärte Rainer Hüttenberger. Zudem seien die Klimaziele der Bundesregierung ohne substanzielle Investitionen im Bausektor, insbesondere im Bereich der energetischen Gebäudesanierung, nicht zu erreichen. Private und gewerbliche Investoren seien auf verlässliche Rahmenbedingungen und unterstützende Förderprogramme angewiesen.
Laut einer ifo Konjunkturumfrage von November 2025 stieg der Anteil der Wohnungsbaufirmen mit zu wenig Aufträgen von 44,4 Prozent auf 47 Prozent. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) geht davon aus, dass im Jahr 2025 nur rund 235.000 Wohnungen fertiggestellt wurden. Um den tatsächlichen Bedarf zu decken, wären laut IW jährlich etwa 372.000 neue Wohneinheiten erforderlich. Die anhaltende Baukrise und der damit verbundene Umsatzrückgang zwangen Sto bereits zu Kurzarbeit und umfangreichen Einsparmaßnahmen. Um die starke Marktposition langfristig zu sichern, setzen die Vorstände auf eine rasche Erholung im Wohnungsbau und in der Sanierung. „Innovationen und insbesondere nachhaltige Baustoffe stehen im Zentrum unserer Strategie und sichern unsere Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb planen wir hier in Stühlingen den Bau eines neuen Forschungs- und Entwicklungscampus, um weitere Innovationen zu generieren. Die Planungen für den Bau sind abgeschlossen, doch es fehlen derzeit stabile wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, um dieses Großprojekt umzusetzen. Damit wollen wir zugleich ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Deutschland abgeben“, betonte Technikvorstand Jost Bendel.
Am Besuch nahmen auch Stühlingens Bürgermeister Joachim Burger, Anna-Katharina Chavier, Kreisvorstand BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN Waldshut, Bernd Wallaschek, Kreisvorstand BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN Waldshut sowie Heiner Röhr, Leiter Vertrieb Deutschland bei Sto und Sto-Betriebsratsvorsitzende Barbara Meister teil.

Sto-Vorstandsvorsitzender Rainer Hüttenberger führte Cem Özdemir durch die Produktionsanlagen in Stühlingen.
Bild: Sto SE & Co. KGaA

Sto-Vorstandsvorsitzender Rainer Hüttenberger (vorne l.) und Sto-Technikvorstand Jost Bendel (vorne r.) erläuterten Cem Özdemir (vorne Mitte) Produktionsanlagen in Stühlingen.
Bild: Sto SE & Co. KGaA

Heiner Röhr, Leiter Sto Deutschland (v.l.), Niklas Nüssle und Cem Özdemir von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN, Rainer Hüttenberger, Sto-Vorstandsvorsitzender und Jost Bendel, Sto-Technikvorstand diskutieren über verschiedene Dämmstoffe für Gebäude.
Bild: Sto SE & Co. KGaA

Stühlingens Bürgermeister Joachim Burger, Sto-Technikvorstand Jost Bendel, MdL Niklas Nüssle, Sto-Vorstandsvorsitzender Rainer Hüttenberger, Cem Özdemir vom Bündnis 90/Die Grünen, Leiter Sto Deutschland Heiner Röhr und Sto-Betriebsrätin Barbara Meister bei einem Betriebsrundgang am Hauptsitz von Sto in Stühlingen (v.l.).
Bild: Sto SE & Co. KGaA

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