






Die Sanierung zweier Hochhäuser in Hannover zog eine Menge Aufmerksamkeit auf sich; nicht nur, weil das neue mineralische WDVS der Firma temps Malereibetriebe einen Preis für die Gestaltung einbrachte. Das zuvor rückgebaute EPS-basierte System wurde auch für einen wissenschaftlichen Großversuch zur stofflichen und energetischen Verwertung von WDVS-Abfällen in einem Zementwerk verwendet.
Die beiden Hochhäuser in Hannover in der Karlsruher Straße 23 und der Eichelkampstraße 39 wurden 1968/69 mit Klinkervorsatzschale errichtet und einige Jahre später mit einem verputzten EPS-basierten WDVS (Dämmstärke: 6 cm) energetisch ertüchtigt. Aufgrund später veränderter Brandschutzvorschriften verpflichtete die Stadt Hannover die Eigentümergemeinschaften, die beiden Hochhäuser bis zum März 2024 mit einem nicht brennbaren Fassadendämmsystem auszustatten.
Der anspruchsvolle Auftrag, 8.000 Quadratmeter WDVS zunächst rück- und anschließend neu zu bauen, ging an die Spezialisten von temps Malereibetriebe. Diese entwickelten gemeinsam mit Sto ein Konzept für den Abriss des alten Dämmsystems und den Aufbau eines neuen Systems (StoTherm Mineral) – auf der Basis von 16 Zentimeter dicken Mineralwolle-Dämmplatten. Als Oberputz wurde Stolit® eingesetzt, zweifach überstrichen mit der bionischen Fassadenfarbe Lotusan®. So wurde nicht nur dem Brandschutz Genüge getan. Die Gebäude wurden zugleich auf ein zeitgemäßes Energieeinsparniveau gebracht und optisch erneuert. Letzteres so erfolgreich, dass die beiden Wohngebäude beim Fassadenwettbewerb 2024 des Malerverbands Niedersachsen mit dem 3. Preis ausgezeichnet wurden.
Mit dem rückgebauten Material des ursprünglichen WDVS beteiligte sich temps auch an einem Forschungsvorhaben unter Federführung von Sto, BASF und der FH Münster. Im Rahmen des Projekts konnte der Nachweis erbracht werden, dass rückgebaute EPS-basierte WDVS ohne vorherige Trennung der einzelnen Fraktionen stofflich und energetisch in Zementwerken weiterverwendet werden können. Und das sowohl wirtschaftlich als auch umweltverträglich. Das Verfahren ist von den zuständigen Genehmigungsbehörden zwar noch nicht abschließend freigegeben worden; der Firma temps hat die Beteiligung an dem Forschungsprojekt aber bereits große Anerkennung eingetragen. Der Fachbetrieb wurde von einer Fachjury für den „Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2025“ nominiert und von der Fachzeitschrift Mappe mit der Auszeichnung „Maler des Jahres“ im Bereich „Innovationen im Malerhandwerk“ geehrt.