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The Hepworth, Wakefield Council (GB)

Projekt

The Hepworth

Fertigstellung

2010

Architekt

David Chipperfield Architects, London, GB

Ausführung

Aztec Solutions, Bingley, GB

Bauherr

Wakefield Council, Wakefield, GB

Produkte

StoSilent Panel A-Tec Alu

Photos

Dan Dunkley, Manchester, GB

Kompakt und kantig wirkt das neue Museum für zeitgenössische Kunst im nordenglischen Wakefield. David Chipperfield Architects setzten das monolithisch anmutende Gebäude aus zehn dicht aneinandergefügten Einzelbaukörpern zusammen. Dass es dennoch als Einheit wahrgenommen wird, liegt an seiner homogenen Betonfassade, die sich auch im Dach fortsetzt.

„The Hepworth“ steht auf der Spitze einer Landzunge am Fluss Calder, der das historische Hafenareal vom Stadtzentrum Wakefields trennt. Ursprünglich waren hier die Produktions- und Lagergebäude der ehemals bedeutenden textil- und getreideverarbeitenden Betriebe beheimatet, wovon noch zahlreiche ungenutzte, teils baufällige Ziegel- und Steinbauten entlang des Ufers zeugen. Der zweigeschossige Museumsneubau bildet den Auftakt zur geplanten Umnutzung dieser Industriebrache zum Kulturviertel. Als berühmte Tochter der Stadt leiht die Bildhauerin Barbara Hepworth dem über 5.200 Quadratmeter großen Ausstellungsgebäude nicht nur ihren Namen; ihre Skulpturen und Plastiken machen auch den Großteil der ständigen Sammlung des Hauses aus. Von der Innenstadt aus erreicht man das Museum über eine neue Fußgängerbrücke, die direkt zum Besuchereingang führt. Aufgrund der exponierten Lage des Gebäudes verzichteten die Architekten auf die Ausbildung einer dominanten Hauptfassade. Stattdessen hüllten sie die zehn verschieden großen prismatischen Volumen mit den unterschiedlich flach geneigten Dächern in ein einheitliches Ortbetonkleid, das nur von wenigen Öffnungen durchbrochen wird. Im Erdgeschoss sind die Rezeption, der Museumsshop, eine Cafeteria mit Terrasse, ein Auditorium, Lern- und Arbeitsräume und Büros untergebracht. Das Obergeschoss hingegen ist komplett für die Sammlungen reserviert und zwar so, dass jeder der zehn Einzelbaukörper einen eigenen Ausstellungsraum bildet. Im Zentrum des Gebäudes verbindet eine natürlich belichtete Treppe die beiden Ebenen miteinander. Tageslicht spielt auch in den zurückhaltend gestalteten Ausstellungsräumen eine zentrale Rolle. Dazu entwickelten die Architekten ein System aus Oberlichtschlitzen, die jeweils am höchsten Punkt der Decke angeordnet sind und über die gesamte Raumbreite verlaufen. Die Neigungswinkel der Decken ermöglichen eine exakt darauf abgestimmte Lichtverteilung. Jeder Ausstellungsraum ist einzigartig in Größe und Form, neben den unterschiedlich geneigten Decken treffen Wände mal in spitzem, mal in stumpfem Winkel aufeinander. Die Zimmer sind als fließende Raumsequenzen konzipiert, offene Durchgänge erlauben vielfältige Blickbeziehungen. Bisweilen bieten bis zum Boden reichende Fenster Ausblicke auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt und verknüpfen so die Kunstwerke Hepworths mit den Orten ihrer Kindheit und Jugend.

Standort