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Renovierung Kunsthalle Dresden

Effizientes Arbeiten mit StoSilo- und Maschinentechnik

1300 Quadratmeter Wandfläche in nur fünf Wochen abfräsen und anschließend mit einem neuen Innenputzsystem aufbauen. So lautete die Aufgabe für die Renovierung eines Ausstellungsraumes und einiger Nebenräume in der Dresdner Kunsthalle. Eine pfiffige Materialanlieferung und der Einsatz von Maschinentechnik ermöglichte kräftesparendes Arbeiten.

Im Volksmund heißt es „Zitronenpresse“, und wer Dresden ein bisschen kennt, weiß sofort, welches Gebäude gemeint ist: die Kunsthalle im Lipsius-Bau. Der Gebäudekomplex wurde 1887 bis 1894 nach den Plänen des Architekten Constantin Lipsius zwischen Frauenkirche und Brühlscher Terrasse errichtet. Er beherbergte die ehemalige Kunstakademie, die heutige Hochschule für Bildende Künste Dresden, und das Ausstellungsgebäude des Sächsischen Kunstvereins. Sein weithin sichtbares Kennzeichen: ein gefaltetes Glasdach mit der darauf schwebenden Göttin Fama. In diesem etwas separat angeordneten Trakt hatten aufsehenerregende Ausstellungen stattgefunden, zu denen ab 1905 auch die Präsentationen der Künstlergruppe „Brücke“ zählten. 1945 wurde die Kunsthalle in Teilen zerstört und blieb über Jahrzehnte ungenutzt. Erst 2005 wurde sie nach umfangreicher Restaurierung wieder eröffnet und hat sich durch die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst einen weit über Dresden hinaus reichenden Namen gemacht.

Im Vorfeld dieser Ausstellungen wurden die Wände der Präsentationsräume häufig neu gestrichen – zum Teil bis zu viermal jährlich. Damit war im Laufe der Jahre eine stattliche Anzahl von Farbschichten aufgetragen worden, so dass die Entscheidung fiel, die Wände eines Ausstellungsraumes sowie der dazu gehörenden Nebenräume grundlegend renovieren zu lassen. Dabei ging es darum, die diversen Farbschichten vorsichtig abzufräsen, um den Bestandsputz weitestgehend zu erhalten. Anschließend sollte ein neuer Aufbau erfolgen, der Optik und Haptik des 2005 aufgetragenen, mineralischen Putzes aufweist.

Den Auftrag erhielt der Malerbetrieb Wulf Mothes aus Dohna, der sich auf die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden spezialisiert hat. „Die Renovierung des rund 500 Quadratmeter großen Ausstellungsraumes und der dazu gehörenden Nebenräume stellte für uns eine Herausforderung dar“, berichtet Ralf Mothes. „Um die teilweise 12 Meter hohen und bis zu 40 Meter langen Wände sanieren zu können, mussten rund 30 Tonnen Gerüst in die betreffenden Räume getragen und dort aufgestellt werden.“ Im Zuge der Renovierungsarbeiten frästen die Facharbeiter vorsichtig die Farbschichten ab und trugen anschließend zur Verfestigung der Oberflächen StoPrim Plex auf. Es handelt sich hierbei um einen schadstoffgeprüften, wässrigen Tiefengrund auf Acrylatbasis, der in Innenräumen und auch im Außenbereich eingesetzt werden kann. Um für den nachfolgenden Aufbau einen zuverlässigen Untergrund zu schaffen, erfolgte der Auftrag des haftvermittelnden und saugfähigkeitsregulierenden Putzgrundes StoPrep In. Als Wandbeschichtung kam StoLevell In XXL zum Einsatz. Dieser organische Spritz- und Handspachtel eignet sich hervorragend dafür, wenn in einem Arbeitsgang Schichtdicken bis zu 4 Millimeter und die anspruchsvollen Oberflächenqualitäten Q3 und Q4 erreicht werden sollen.

„In den Räumen der Kunsthalle haben wir rund 1300 Quadratmeter damit beschichtet. Aufgrund dieser großen Wandflächen haben wir den Spachtel mit Silotechnik und Airless-Spritzpistolen appliziert“, erklärt Mothes. Wegen der zu verarbeitenden Menge wäre das Material üblicherweise vor dem Gebäude in Standardsilos bereit gestellt und über Schlauchleitungen ins Innere gefördert worden. Diese Vorgehensweise war jedoch aufgrund der langen Wege nicht realisierbar. Die Alternative, die jeweils 25 Kilogramm schweren Säcke in die Räume im ersten Obergeschoss zu tragen, wäre unwirtschaftlich und zu arbeitsintensiv gewesen. Vor diesem Hintergrund entwickelten die Beteiligten eine pfiffige, kraft- und rüstzeitsparende Lösung: Die Spachtelmasse stand vor dem Gebäude in zwei Großsilos (StoSilo Comb 2.0) zur Verfügung. Aus diesen Silos wurde die Spachtelmasse in zwei StoSilo Comb 0.4 mit einem Fassungsvermögen von jeweils 340 Litern (ca. 500 Kilogramm) umgefüllt. Diese mobilen Silos transportierten die Facharbeiter dann mit einem Hubwagen und dem Aufzug ins 1. Obergeschoss. Den Inhalt von 20 Säcken auf einen Streich sozusagen.

In den Innenräumen erfolgte die Applikation mit dem Hochleistungs-Airless-Spritzgerät InoSpray XXL, das eine Förderleistung von bis zu 15 Litern pro Minute erreicht und eine nahezu spritznebelfreie Verarbeitung erlaubt. „Mit unserer Sonderlösung und dem Einsatz von Maschinentechnik verkürzten wir zum einen die Rüstzeiten, zum anderen realisierten wir eine kräftesparende und effiziente Arbeitsweise.“ Nach Ralf Mothes Erfahrungen schaffen zwei Facharbeiter mit dem manuellen Auftrag pro Tag maximal 250 Quadratmeter, bei Einsatz von Maschinen rund 500 Quadratmeter.

Zur Rissüberbrückung und Herstellung eines optimalen Untergrundes für die Dekorbeschichtung wurde auf die Spachtelbeschichtung ein überstreichbares Glasvlies (StoTap Pro 300 P) geklebt. Anschließend erfolgte – ebenfalls im Spritzverfahren – der Auftrag von StoLook Decor fein. Mit dieser waschbeständigen und dekorativen Beschichtung haben die Wandoberflächen wieder die vom Bauherrn gewünschte Struktur eines geriebenen Putzes erhalten. Den oberen Abschluss bildet die hochdeckende, stumpfmatte Innendispersionsfarbe StoColor Rapid Ultramatt in Weiß, die manuell mit der Rolle aufgetragen wurde.

Knapp fünf Wochen hatte der Malerbetrieb Wulf Mothes Zeit, den Ausstellungsraum einschließlich der Nebenräume frisch herauszuputzen. Einen Zeitraum, den er durch den Einsatz von Maschinentechnik gut einhalten konnte, so dass die vorbereitenden Arbeiten für die nächste Ausstellung zeitgenössischer Kunst in der Dresdner „Zitronenpresse“ termingerecht beginnen konnten.

StoSilo- und Maschinentechnik

Die Arbeit auf der Baustelle mit Silos, Maschinen und dem richtigen Werkzeug gezielt beschleunigen und gleichzeitig höchste Qualität liefern. So geht's.