Fakten über Wärmedämmung

Die Ökobilanz bei WDVS stimmt

Ökologie
  • Produktlebenszyklus eines Wärmedämm-Verbundsystems kann mit Aufdopplung verlängert werden. Gleichzeitig ermöglicht Aufdopplung die Erfüllung strengerer Energieeffizienzstandards.
  • Forschungsprojekt des Fraunhofer Instituts und des Münchner Forschungsinstituts für Wärmeschutz sammelt Daten zu Rückbau und Recycling von WDV-Systemen


Der Produktlebenszyklus eines WDVS hat fundamentalen Einfluss auf dessen Ökobilanz. Die Wartungsintensität von Wärmedämm-Verbundsystemen entspricht der von konventionellen Wandbildern.


Dämmsysteme werden in der Regel nicht nach 20 oder 30 Jahren rückgebaut. Die Forscher des Fraunhofer Instituts für Bauphysik haben nachgewiesen, dass beim Einsatz von WDVS "Fassadenschäden wegen der Entkoppelungswirkung der Dämmschicht seltener auftreten als bei konventionellem Mauerwerk mit Putz" und dass "Wartungsaufwand und Wartungshäufigkeit bei WDVS denen von konventionellen Wandbildnern mit Putz entsprechen. Dies gilt auch für die Dauerhaftigkeit insgesamt." (IBP-Mitteilung 461, 32/2005).

EPS-Abfälle spielen keine Rolle

Fallen bei der Applikation eines neuen Fassadendämmsystems EPS-Abfälle an (3–7 Prozent der jährlich verbauten Dämmstoffmenge), werden diese sortenrein gesammelt, an die Hersteller zurückgegeben und wiederverwertet.

EPS-Abfälle aus Abriss oder Systemrückbau fallen in Deutschland kaum an. Die Menge beträgt derzeit rund 1 Promille der neu verbauten Dämmstoffe. Ursache dafür ist, dass ältere Dämmsysteme meist durch Aufdoppelung (siehe unten) an inzwischen strengere Effizienzstandards angepasst werden.

Forschungsprojekt zum Thema Rückbau
Um einen ökologisch sinnvollen Umgang mit künftig steigenden Abfallmengen sicherzustellen (wenn das Haus am Ende seines Lebenszeitzyklus angekommen ist, endet dieser auch für sein Dämmsystem), wurde ein umfangreiches Forschungsprojekt gestartet. „Möglichkeiten der Wiederverwertung von Bestandteilen des Wärmedämm-Verbundsystems nach dessen Rückbau durch Zuführung in den Produktkreislauf der Dämmstoffe, beispielsweise Downcycling in die Produktion minderwertiger Güter, bis hin zur thermischen Verwertung“ untersuchen die Fraunhofer-Institute für Bauphysik (IBP) sowie für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) und das Münchener Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FIW).


In Auftrag gegeben wurde die von der Bundesregierung geförderte, auf 18 Monate angelegte Studie von den Herstellerverbänden Deutschlands und Österreichs. Zielvision ist ein mechanischer Rückbau am Abrissgebäude, der das System so trennt, dass einerseits Putze und Gewebe als Zuschlagstoffe im Straßenbau eingesetzt werden können und andererseits EPS direkt vor Ort in den Ausgangsstoff Styrol zurückgeführt werden kann.


Doppelt dämmt besser
Mit dem Verfahren der Aufdoppelung rüstet man nicht ausreichend gedämmte Häuser auf den heutigen Standard auf, ohne die alte Dämmung zu entfernen. Stattdessen montieren die Handwerker eine neue Dämmung direkt auf die bestehende Fassade und nutzen so das alte System weiter. Dieses bauaufsichtlich zugelassene Verfahren spart ebenso Zeit wie Ressourcen und vermeidet kostspielige Abbrucharbeiten.

Sprechen gestiegene energetische Anforderungen für die Optimierung eines bestehenden Fassadendämmsystems, ist die „Aufdoppelung“, also die Montage eines neuen WDVS auf ein bestehendes System, meist die Lösung. Die Zulassung erlaubt die Aufdopplung verputzter Altsysteme, deren Dämmplatten aus EPS, Mineralwolle oder Mineralwolle-Lamellen bestehen. Die maximale Dämmstoffdicke des Doppelsystems ist beschränkt. EPS auf EPS darf maximal 300 Millimeter stark werden, EPS auf Mineralwolle beziehungsweise -Lamellen höchstens 200 Millimeter. Die gleichen Werte gelten für mineralische auf mineralische beziehungsweise mineralischen auf organischen Dämmsystemen.

Zur Aufdoppelung zugelassen
Fast alle Sto-Dämmsysteme sind zur Aufdoppelung zugelassen. Das Verfahren entspricht – nach dem Nachweis der Standsicherheit des Altsystems, das zu diesem Zweck an einigen Stellen geöffnet wird – der üblichen WDVS-Montage. Die neuen Dämmplatten werden direkt auf dem Altsystem ganzflächig verklebt. Gemäß Windlastnorm DIN 1055-4 wird dann bis auf den tragenden Untergrund durchgedübelt. Schließlich folgt der Unterputz mit systemzugehörigem Gewebe, nach dessen Trocknung wird der Oberputz aufgetragen und strukturiert. Übersteigt das aufgedoppelte System eine Gesamtsystemdicke von 100 Millimetern, sind bei EPS-Varianten zusätzliche Brandschutzmaßnahmen erforderlich, beispielsweise ein umlaufender Brandriegel oder Sturzausbildungen mit vollflächig verklebten Mineralwolle-Lamellen.

Environmental Product Declaration

Sto verpflichtet sich freiwillig bei Entwicklung, Produktion und Vertrieb seiner Produkte Prinzipien der Nachhaltigkeit zu achten. Diese sind in der Environmental Product Declaration (EPD) dokumentiert.

DGNB

Sto ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen